“Warum kommen immer mehr Whiskys aus Ländern wie Deutschland oder der Schweiz auf den Markt?”
Dies werde ich sehr oft gefragt, sage aber auch gleich, dass auch andere Länder wie Frankreich, Belgien, Tschechien, Österreich, das Fürstentum Liechtenstein, sowie einige weitere Länder Whiskys produzieren.
Doch warum ist dies so? Es gibt viel Ursachen, die dafür verantwortlich sind.
So steigt seit Jahren die Nachfrage nach Schottischem Single Malt Whisky. Das bedeutet natürlich auch, dass immer mehr “neue” Hersteller auf den Markt drängen, um etwas vom Kuchen abzukommen. Andererseits stellen diese Anbieter auch andere Spirituosen her und kennen das Geschäft mit gebranntem Alkohol. Gerade in Mitteleuropa hat man eine enorme Auswahl an Obstbränden. Doch deren Marktanteile sinken deutlich zugunsten anderer Spirituosen wie eben Whisky, oder aber auch Rum, und Wodka. Dann hat sich auch die Kaufverhalten, gerade von der jungen Generation verändert. Sie bevorzugen Alkopops, oder aber Mixgetränke mit Wodka, Gin und anderen hochprozentigem Schnaps.
Im Falle der Schweiz kommt noch hinzu, dass das Brennverbot für Getreidebrände erst im Jahre 1999 aufgehoben wurde und somit das Brennen von Whisky erst dann offiziell wieder erlaubt wurde. Erst kürzlich kam ein Artikel auf 20min, welcher den Rückgang der Obstbrände thematisierte. So ging der Marktanteil von 80% in den 80′er Jahren zurück auf nunmehr nur noch 13%. Dass sich die Hersteller Gedanken machen, um mit Alternativprodukten wieder Marktanteile zu gewinnen, liegt auf der Hand. Und diese neuen Produkte werden mit großem Erfolg vermarktet. Schweiz spezifisch kam auch hinzu, dass Brauereien nur regional tätig sein durften und erst kartellrechtliche Änderungen den Markt öffneten. Nun gibt es neben den klassischen “Schnapsbrennern” auch Bier-Brauereien, die sehr erfolgreich am Markt tätig sind wie zum Beispiel die Brauerei Locher aus Appenzell (Schweiz), die mit ihrem Säntis Malt nun schon einige internationale Auszeichnungen erringen konnten. Hinzu kam im letzten Jahr auch die schlechte Obsternte von Kirschen oder Pflaumen. Um in der Schweiz diesem negativen Trend entgegenzuwirken, werden gesetzliche Rahmenbedingungen für die inländischen Spirituosenproduzenten geschaffen die das Problem stoppen sollte.
In anderen Märkten wie Deutschland oder Österreich gab es nicht so viel gesetzliche Auflagen wie in der Schweiz, aber auch hier sahen viele Unternehmen die Chance neue Produkte auf den Markt zu bringen, die dem veränderten Kaufverhalten des Konsumenten Rechnung tragen.
Wir freuen uns deshalb schon jetzt auch auf spannende neue Whiskys aus anderen Ländern dieser Welt. Auch wenn die Produkte oftmals nicht so direkt mit den Vorbildern aus Schottland oder Irland vergleichbar sind, so haben sie bereits heute einen schönen Nischenmarkt besetzen können.




