Ich werde immer wieder gefragt, was denn mein erster “richtiger” Whisky war, der mich zum Single Malt Liebhaber machte. Die Frage ist schnell beantwortet, die ganze Geschichte darum, braucht schon etwas mehr Zeit.
Natürlich hatte ich, wie so viele, meine ersten Whisky-Erlebnisse mit den “üblichen Verdächtigen”, die es in Bars so zu finden gab: in erster Linie mit Jack Daniel´s. So hielt sich denn mein Engagement für Whiskys zu dem Zeitpunkt in Grenzen.
Doch eines Tages wurde ich von Stefan, einem meiner besten Freunde, zu einem Whisky-Dinner ins Hotel Waldhaus am See in St. Moritz eingeladen. Diesen Umstand hatte ich seiner Frau zu verdanken, die leider eine terminliche Doppelbelegung hatte und der andere damals Vorrang hatte. Für mich was das ein Glücksfall. Das Hotel Waldhaus am See beherbergt auch die größte Whisky-Bar der Welt (Eintrag im Guinness Buch der Rekorde) und an dem Tag war mein erster Schottische Single Malt Whisky ein Rosebank. Dies ist ein toller Lowland-Whisky, gemäß Fachleuten der wohl beste Lowland-Whisky überhaupt. Leider ist die Destillerie seit 1993 geschlossen und wurde zum größten Teil bereits abgerissen. Seit dem Tag meines erstes Drams fasziniert mich dieser Rosebank und ich versuche so viele wie möglich auch zu kaufen bzw. zu sammeln.
Doch auch auf meiner ersten Schottlandreise war der Weg zu Rosebank der erste, den ich damals zu einer Schottischen Destillerie machte. Unweit von Edinburgh, wo wir damals landeten, befindet sich das Städtchen Falkirk, wo Rosebank stand bzw. noch einzelne Gebäude stehen. Ein Lagerhaus wurde zu einem Steakhouse umgebaut, weitere Lagerhäuser wurden zu Appartements umgebaut, ein weiterer Teil wurde leider abgerissen.
Was an diesem Besuch speziell war, dass wir gleich Kontakt zu einem ehemaligen Mitarbeiter hatten, der bis zur Schließung dort gearbeitet hatte. Er war mit zwei Hunden unterwegs und wurde sofort auf uns aufmerksam, da wir interessiert und mit Kameras bewaffnet jede Menge Fotos geschossen hatten und natürlich sehr interessiert am ganzen, alten Firmengelände waren. Er war so erfreut darüber, dass sich noch Whisky-Fans für Rosebank interessieren und so war er voll in seinem Element und erzählte und zeigte uns das ganze Gelände, da er noch immer im Besitze der Schlüssel war.
Dies war unser erstes Erlebnis in Schottland. Dass wir so herzlich empfangen wurden, dachten wir vorher nicht. Aber auch viele weitere Erlebnisse bestätigten diese Herzlichkeit, Offenheit und Gastfreundlichkeit der Schotten. Und so wurde Schottland zu meinem Lieblingsreiseland, nicht nur wegen des besten Whiskys der Welt. Bis zum nächsten Mal! Die nächste Story folgt bestimmt…
Mehr Informationen zur Destillerie Rosebank unter http://www.whiskymania.ch/Rosebank.9.0.html



